Amphi_Festival_2014_sRGB_300_DPI-19

Dunkle-Naechte:

Auf dem runden Geburtstag vom Amphi-Festival – Lord of the Lost auf der Mainstage am ersten Tag zur besten Uhrzeit – wie fühlt sich das an?

Lord of the Lost:
– Großartig. Wir waren vor zwei Jahren hier als Opener und ich war erstaunt, dass es so voll war und ich habe damit gerechnet, dass es jetzt noch voller wird und das war es auch.

Dunkle-Naechte:
Bisher liegt ein sehr erfolgreiches Jahr hinter euch. Das Album „Into the fire“ rockt bei den Fans, ausverkaufte Hallen bei der gleichnamigen Tour, euer Musikvideo auf DMAX – was kommt als nächstes?

Lord of the Lost:
– Jetzt kommt im September erst einmal der zweite Teil der Tour und dort führen quasi das fort, was wir im April angefangen haben. Es wird noch weitere Videos geben und es wird auf jeden Fall nicht langweilig.

Dunkle-Naechte:
Euer Musikvideo „La Bomba“ greift das Thema der Castingshows auf. Wie ihr zu diesen steht zeigt ihr. War einer von euch schon mal bei einem dieser Shows?

Lord of the Lost:
– Die Idee daran teil zu nehmen hatten wir nicht. Ich finde Casting-Shows absolut gerechtfertigt, weil letzten Endes kann jeder mitmachen der will. Man wird dazu ja nicht gezwungen, es sei denn, man hat Eltern die einen dazu zwingen. Was letzten Endes aus den Künstlern zum Teil gemacht wird ist etwas schwierig. Wir wollen mit dem Musikvideo „La Bomba“ keineswegs Casting-Shows diskriminieren, wir fanden es nur lustig es so darzustellen. Letztendlich muss jeder wissen was gut für ihn ist. Man muss damit rechnen, wenn du da mit machst, dass du dann nachher nicht mehr der Gleiche bist. Unser Ding wäre es nicht.

Dunkle-Naechte:
Wo seht ihr euch in 10 Jahren als Musiker/Band?

Lord of the Lost:
– 10 Jahre älter. Das ist super schwierig zu beantworten, weil manche haben ja wirklich einen Zehn-Jahres-Plan. Unser Geschäft besteht jedoch aus sehr viel Willkür. Man kann nur Wünsche äußern. Wir sind jetzt auf dem besten Weg Musik zu unserem Hautgeschäft zu machen. In 10 Jahren wäre es schön, wenn wir nicht mehr zwei Jobs hätten; hart arbeiten plus dann noch die Musik… sondern nur als Musiker zu arbeiten, das wäre schön.

Dunkle-Naechte:
Lord of the Lost im Penthouse-Magazin – was war eure erste Reaktion?

Lord of the Lost:
– Wir wissen das schon seit einem halben Jahr, deshalb müssen wir nicht über die Reaktion reden, als wir angefragt wurden. Ich habe erst gedacht, dass die uns verarschen würden. Ich war sehr erstaunt. Es hat sich dann heraus gestellt, dass der Chefredakteur von Penthouse einer unserer größten Fans ist und so war das natürlich eine große Ehre neben nackten Ärschen und Titten mit unserer Musik zu glänzen.

Dunkle-Naechte:
Wie wird sich die Szene eurer Meinung nach entwickeln?

Lord of the Lost:
– Keine Ahnung. Was ich ein bisschen über die letzten Jahre beobachtet habe ist, dass dieses typische Gothic, wenn man es denn so betiteln möchte, Gothic-Klischee (lebensverneinende und düster gestimmt) ziemlich überholt ist. Ich habe so ein bisschen die Vermutung, dass sich die Einstellung und die Attitüde sich in die fröhlichere Richtung bewegt und ich hoffe mal, dass das auch in den nächsten zehn Jahren so weiter geht.

Dunkle-Naechte:
Mit welchen Musikern würdet ihr gerne einmal zusammen arbeiten?

Lord of the Lost:
– Lady Gaga.

Dunkle-Naechte:
Welches Konzert hat euch in den letzten 2 Jahren am meisten beeindruckt und warum?

Lord of the Lost:
– Mera Luna. Es war unglaublich vor so vielen tausend Menschen zu spielen.

Dunkle-Naechte:
Nehmt ihr einzelne Fans bei einem Konzert noch wahr (z.B. Plakate) oder verschmilzt es zu einer gesichtslosen Masse?

Lord of the Lost:
– Gesichtslose Masse. Das ist aber nicht abwertend gemeint. Es liegt einfach daran, dass sich bei einem Konzert ein Schalter umlegt und man in einem ganz anderen Modus ist. Das heißt ich nehme die Leute in dem Moment wahr aber wenn der Schalter nach der Show wieder umlegt, dann ist der Adrenalin-Schub raus. In der Erinnerung ist es dann wie an ein großes Konzert. Ich habe in meinem Leben glaube ich tausend Konzerte gespielt und das ist wie ein großer Erinnerungs-Matsch. Man hat zwar Augenkontakt mit den Fans währenddessen, aber ich kann mich danach meistens nicht daran erinnern, weil man ja in einem anderen Stadium ist. Das ist zu Vergleichen mit einer aktiven Trance, wie ein krasser Trip, das ist das Adrenalin. Es gibt natürlich auch die Fans von der ersten Stunde, die man auf jedem Konzert dann doch wieder erkennt. Nach einem Konzert, da nimmt man natürlich jeden bewusst wahr. Da erkenne ich auch sogut wie jeden wieder. Ich weiß zwar nicht von wo oder wie er heißt, aber ich erkenne die Leute wieder.Was bei Konzerten passiert ist eine gesichtslose Masse und ich glaube das ist auch gut so. Wenn ich auf Konzerten zu stark die Leute wahrnehmen würde, dann kann ich als Performer gar nicht richtig in meinem Element sein. Ich glaube es ist gut, dass man das Konzert für die Masse und nicht für jemanden individuell macht. Wir werden dann eins mit dem Publikum und feiern zusammen.

Dunkle-Naechte:
Wie sieht eine normale Probestunde bei euch aus?

Lord of the Lost:
– Keine Ahnung, die Jungs proben auch ohne mich (Chris). Fokussiert und trotzdem mit Spaß. Wir halten das so, dass wir maßgeblich vor Touren oder vor Festivals blockweise mehrmals am Stück üben, etwa drei mal die Woche. Wir haben natürlich auch Phasen, wo nichts ansteht; keine Tour, kein Festival. Dann kann man die Zeit auch bessert nutzen für alles, was sonst so noch ansteht. Wenn blockweise und dann wird es sehr fokussiert und konzentriert.

Dunkle-Naechte:
Wo war euer erster Auftritt und was ist euch in Erinnerung geblieben?

Lord of the Lost:
– Das war ein kleiner Club für 50 Mann in Schwerin und in Erinnerung ist mir geblieben, dass es in diesem Laden ein unerhört gutes Schnitzel gab .

Dunkle-Naechte:
Hat sich bei der Aufregung seit dem ersten Konzert etwas geändert?
– Ich habe Lampenfieber schon Jahre vorher abgelegt. Es gibt natürlich Momente da bin ich kurz nervös, aber das lösen dann eher technische Mängel aus, die immer wieder auftreten können. Es ist schwierig. Wir sind eine Band, die mit einer Maschine arbeiten, mit einem Rechner und man kann sich das vorstellen wie mit einem großen Schaltbild mit vielen einzelnen Bauteilen. Und wenn eines dieser Bauteile nicht richtig funktioniert, menschlich oder elektronisch, dann bricht das Ganze zusammen und wenn das nicht steht, dann bin ich nervös. Lampenfieber vor der Show an sich habe ich eigentlich nicht. Das letzte mal Lampenfieber woran ich mich erinnern kann in jüngster Zeit war in Leipzig. „Gothic meets Klassik“ war natürlich eine totale Ausnahme mit zwei kurzen Probetagen, da war ich wirklich aufgeregt.

 

Amphi_Festival_2014_sRGB_300_DPI-20 Amphi_Festival_2014_sRGB_300_DPI-25